Seit September 2017 begleitet Hündin Ella die Schulsozialarbeiterin Andrea Hauser auf Basis einer Zusatzqualifikation in tiergestützter Pädagogik und Therapie regelmäßig an zwei Tagen in der Woche in die Integrierte Gesamtschule „Bertolt Brecht“. Seitdem sind ein paar Monate vergangen, in denen Ella „die Schulbank gedrückt“ hat….oder besser gesagt: gemütlich darunter liegt und wir fanden es an der Zeit, ein kurzes Resümee zu ziehen.

Die SchülerInnen haben in dieser Zeit sehr positiv darauf reagiert, dass sie tierischen Besuch in der Schule hatten. Viele SchülerInnen haben selbst Tiere zuhause oder aber es besteht der Wunsch, ein Haustier zu haben. Ella hatte keine Vorurteile und reagierte auf die intensive und liebevolle Zuwendung durch die Kinder mit bedingungsloser Zuneigung. Sie wirkte dabei beruhigend und war für jede Streicheleinheit zu haben. Ein gemeinsamer Spaziergang mit ihr hat schon einigen SchülerInnen geholfen, sich zu öffnen und „aus sich heraus zu kommen“. Zahlreiche Kinder suchten die Schulsozialarbeiterin gezielt an Ellas Besuchstagen auf oder verabredeten für diese Tage einen Termin. Es fiel ihnen sichtbar leichter, über ihre Sorgen zu sprechen, wenn sie nebenbei den Hund streicheln konnten.

Ella fand ebenfalls ihren Einsatz in Klassen. Hier unterstützte sie dabei, an der Teamfähigkeit und am sozialen Miteinander der SchülerInnen zu arbeiten. Eingangs wurden dazu gemeinsam die Regeln im Umgang mit Ella erarbeitet, damit das Tier sich wohl fühlte. Die SchülerInnen erfuhren die Lebensgeschichte des Hundes, der viel Gewalt und wenig Schönes erlebt hatte, bevor er zu Frau Hauser kam. Manche SchülerInnen konnten das durch eigene, schwierige Geschichten und Situationennachempfinden, andere entwickelten Empathie und hörten aufmerksamer zu, als es ihnen sonst möglich war. Im gemeinsamen Austausch, der in Anwesenheit des Tieres deutlich ruhiger verlief, berichteten die SchülerInnen, wie sie die Klassensituation erlebten. Anschließend besprachen sie, was sich ändern soll. Diese Arbeit erfolgte aus Rücksicht auf den Hund mit der Hälfte der Klasse in einem ruhig gelegenen Raum der Schule. Ziel für die SchülerInnen war es, dass der Hund sie in der eigenen Klasse besuchen kann und die SchülerInnen bis dahin so respektvoll und ruhig miteinander umgehen können, dass sich der Hund wohl fühlt.

Das Wohl des Hundes hatte und hat immer eine besondere Gewichtung. Ella darf viele Ruhephasen während ihres Aufenthaltes in der Schule genießen und nur einen Einsatz in einer Klasse pro Tag absolvieren, damit sie auch künftig schwanzwedelnd wie bisher in die Schule kommen kann.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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